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Wie steht es um die Ausbildung in Deutschland?

Wer sich einen fundierten Überblick über die Anzahl der Auszubildenden, Ausbildungsanfänger*innen und Absolvent*innen in Deutschland verschaffen möchte, findet im Datentool von kompetenzz aktuelle und differenzierte Zahlen. Das Tool wurde jetzt mit den Daten des Ausbildungsjahres 2024/25 aktualisiert. Umfangreiche Filter ermöglichen es, Entwicklungen gezielt auszuwerten und zu vergleichen, beispielsweise nach Frauen- und Männeranteilen, Ausbildungsberufen oder Bundesland. 

Grafik zum kompetenzz-Datentool Bild: kompetenzz.de

Die aktuellen Zahlen zeigen: Die Zahl der Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr ist insgesamt leicht gestiegen: Von 666.739 im Ausbildungsjahr 2023/24 auf 679.681 im Jahr 2024/25. In der Gesamtbetrachtung von schulischer und betrieblicher Ausbildung beginnen inzwischen fast gleich viele Frauen wie Männer eine Ausbildung (47 % zu 53 %). 

Ein differenzierter Blick offenbart jedoch weiterhin deutliche Unterschiede: Im MINT-Bereich liegt der Frauenanteil bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen bei lediglich 16 %. Umgekehrt sind Männer in Gesundheits- und Sozialberufen mit nur 23 % stark unterrepräsentiert. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig klischeefreie Berufsorientierung und entsprechende Angebote wie der Girls'Day und der Boys'Day sind, damit junge Menschen ihre Berufswahl unabhängig von Geschlechterstereotypen treffen können, die nach wie vor bestehen. 

Umfangreiche Filter- und Sortierfunktionen 

Das Datentool Ausbildung gliedert sich in drei Module mit umfangreichen Filter- und Sortierfunktionen: Zeitreihen, Ranglisten und eine Karte. Im Zeitreihen-Modul lässt sich nachvollziehen, wie sich die Zahl der Auszubildenden über die Jahre entwickelt hat, unterteilt nach Beruf und nach Geschlecht. Das Ranglisten-Modul zeigt die beliebtesten Ausbildungsberufe bei Frauen und Männern. Ergänzend ermöglicht das Modul "Karte" einen visuellen Vergleich der Frauenanteile in den einzelnen Bundesländern. 

Die Ranglisten verdeutlichen die geschlechtsspezifische Berufswahl besonders deutlich: Der am häufigsten gewählte Ausbildungsberuf im Schuljahr 2024/25 ist Pflegefachmann/-frau mit 43.870 Auszubildenden (Frauenanteil 74 %). Es folgen Erzieher/in (80 % Frauenanteil) und Kraftfahrzeugmechatroniker/in. In diesem klassischen MINT-Beruf liegt der Frauenanteil bei lediglich 6 %. 

Grüne Berufe: Chancen für mehr Diversität 

Mit Blick auf Umwelt- und Klimaschutz gewinnen sogenannte "grüne Berufe" zunehmend an Bedeutung. So sind im vergangenen Jahr die neuen Ausbildungsberufe Umwelttechnolog*in (mit vier Fachrichtungen) entstanden. Der Frauenanteil liegt hier je nach Schwerpunkt bei bis zu 17 % (Umwelttechnolog*in für Abwasserbewirtschaftung). Das Netzwerk Grüne Arbeitswelt zählt insgesamt 16 "grüne" Berufsfelder. Ein Blick auf die Zahlen im kompetenzz-Datentool zeigt: Ausbildungsberufe mit explizitem Umwelt- oder naturwissenschaftlichem Bezug stoßen bei jungen Frauen auf größeres Interesse als viele klassische MINT-Berufe. 

In naturwissenschaftlich geprägten Ausbildungsberufen wie Biologielaborant*in und Chemielaborant*in (Frauenanteil von 70 % bzw. 53 %) sind Frauen bereits stark vertreten. Auch im Ausbildungsberuf Landwirt*in ist der Frauenanteil in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen: von 13 % auf 23 %. Anders sieht es bei gebäude-technischen Berufen aus, die für die ökologische Transformation ebenfalls zentral sind: Ausbildungsberufe wie Elektroniker*in für Energie- und Gebäudetechnik oder Mechatroniker*in für Kälte- und Klimatechnik (jeweils rund 3 % Frauenanteil) zeigen weiterhin erhebliches Potenzial. Hier sollten insbesondere die Klima- und Nachhaltigkeitsaspekte stärker kommuniziert werden, um mehr Frauen für diese Berufe zu gewinnen. 

Daten bieten Grundlage für gezielte Maßnahmen 

Das Datentool Ausbildung ermöglicht es, Entwicklungen über Zeitreihen nachzuvollziehen, Ausbildungen insgesamt sowie schulische und betriebliche Ausbildungen zu vergleichen und regionale Unterschiede sichtbar zu machen. Alle recherchierten Daten lassen sich als Grafiken oder Tabellen exportieren und für eigene Analysen nutzen, beispielsweise um die Wirkung von Maßnahmen zu belegen, zur strategischen Planung von Projekten, zur Verbesserung der Qualität der Ausbildung oder zur Entwicklung gezielter Strategien gegen den Fachkräftemangel. 

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