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Psychologische Sicherheit: Basis für ein vertrauensvolles Team
kompetenzz ist sich der zentralen Bedeutung psychologischer Sicherheit für ein gutes Teamklima und effektive Teamarbeit bewusst. Psychogische Sicherheit ist deshalb Teil des Führungsverständnisses und Teil der Unternehmenskultur von kompetenzz. Um allen Mitarbeitenden für das Thema zu sensibilisieren und es nachhaltig in der täglichen Arbeit zu verankern, wurde eine interne Weiterbildung angeboten. Diese wurde von Edda Sellin vom Lab für Sozioinformatik der Hochschule Heilbronn durchgeführt.
Bild: kompetenzz.de
Die Weiterbildung setzte an zentralen Situationen der Teamarbeit an, die viele Menschen aus ihrem Arbeitsalltag kennen:
Diese Fragen verdeutlichen den Kern psychologischer Sicherheit: Es geht um die Bereitschaft, Ideen, Kritik, Fragen oder Anliegen vorzubringen und um das Ausmaß der Zuversicht, dafür nicht von anderen Teammitgliedern bestraft oder gedemütigt zu werden.
Im Anschluss stellte Edda Sellin die positiven Effekte psychologischer Sicherheit vor: Entscheidungen werden fundierter getroffen, Konflikte werden konstruktiver gelöst, Engagement und Spaß bei der Arbeit steigen.
Geringe psychologische Sicherheit zeigt sind hingegen beispielsweise durch wenig spontanes Feedback und selten geäußerte abweichende Ideen und Meinungen. Eng damit verbunden ist der Zusammenhang zwischen psychologischer Sicherheit und Leistungsanspruch: Eine niedrige psychologische Sicherheit führt zu Apathie und Angst, währen eine hohe psychologische Sicherheit innerhalb eines Teams zu einer angenehmen Atmosphäre und einer hohen Lernmotivation beiträgt.
Um angstfreie Organisationen zu gestalten, ist es von zentraler Bedeutung, dafür die entsprechenden Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu schaffen: Mitarbeitende werden aktiv zum Mitwirken eingeladen, Beiträge werden wertschätzend aufgenommen und produktiv weiterentwickelt. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den Führungskräften zu: Sie geben die Richtung vor, laden zu Input und offenem Austausch ein und schaffen die Voraussetzungen für kontinuierliches Lernen, um Bestleistungen zu erreichen.
Ergebnisse der Studie "Exploring Gender Disparities in Psychological Safety in Tech Teams"
Edda Sellin stellte anschließend die Ergebnisse der Studie "Exploring Gender Disparities in Psychological Safety in Tech Teams" vor, die im Rahmen des Projekts "GILL – Gendered Innovation Living Labs" in realen Unternehmenskontexten in der Tech Branche durchgeführt wurde. "Frauen und MINT" ist seit Vereinsgründung eines der zentralen Themen von kompetenzz. Entsprechend waren die Ergebnisse aus dem Projekt GILL besonders interessant für die Mitarbeiter*innen. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen in Tech-Teams eine deutlich niedrigere psychologische Sicherheit erleben als Männer. Dieser Unterschied ist besonders deutlich bei der Angst, Fehler zu machen, in der Bereitschaft, Risiken einzugehen, oder in der Sorge, abgelehnt zu werden. Insbesondere wenn Frauen im Team einen Token Status einnehmen, sind diese Unterschiede deutlich sichtbar, während die wahrgenommene Sicherheit steigt, wenn mehr als eine Frau im Team vertreten ist. Insgesamt zeigen weibliche Teilnehmerinnen vielfältigere und oft geringere Sicherheitserfahrungen, während die Werte männlicher Teilnehmer durchweg hoch ausfallen.
Das Projekt GILL schlägt konkrete Interventionen und Handlungsempfehlungen vor, um psychologische Sicherheit herzustellen. Mit diesen sogenannten "Bias Interrupters" wird immer bei der jeweiligen Situation angesetzt, nicht bei den einzelnen Personen. Eine Sammlung von Bias Interrupters ist auf der Seite des GILL Projekts verfügbar. Darüber hinaus verwies Edda Sellin auf den KI Campus, der in verschiedenen Lerneinheiten Hintergrundwissen sowie praxisnahe Erklärungen zu konkreten Maßnahmen bietet, etwa zur Aufgabenverteilung im Team, zur Gestaltung von Retrospektiven oder zur Entwicklung eines Teammanifests. Einige der Weiterbildungen auf dem KI Campus werden gemeinsam mit kompetenzz angeboten.
Der Austausch zu psychologischer Sicherheit wird auf Basis dieses Inputs bei kompetenzz weitergeführt.
Ein Teil der Projektergebnisse beruht auf der Forschung aus dem Projekt Tech2stay. Gemeinsam mit der Hochschule Heilbronn (Forschungsprofessur Sozioinformatik) und der Gesellschaft für Informatik (GI) untersucht kompetenzz darin, warum weibliche Fachkräfte die IT verlassen und entwickelt Lösungsansätze, um Frauen langfristig im Berufsfeld zu halten.