Alle News
Mehr Unternehmerinnen für den Mittelstand! kompetenzz ist am Aktionsplan beteiligt
Im März wurde der aktualisierte Aktionsplan "Mehr Unternehmerinnen für den Mittelstand" veröffentlicht. Der gemeinsame Aktionsplan von Bundes- und Landesministerien, Wirtschaftsverbänden, Netzwerken, Finanzierungsinstitutionen und wissenschaftlichen Instituten wurde auf Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) erstellt. Ziel des Aktionsplans ist, dass mehr Frauen in Deutschland ein Unternehmen gründen oder eine Unternehmensnachfolge antreten.
Bild: BMWE
Ein zentraler Hintergrund des Aktionsplans ist der hohe Bedarf an Unternehmensnachfolgen: Bis 2030 suchen rund 186.000 Unternehmen eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Daraus ergeben sich große Chancen, sowohl für Gründerinnen als auch für erfahrene Unternehmerinnen, die bestehende Betriebe weiterführen, Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern und mit neuen Ideen Impulse setzen können. Gleichzeitig zeigt sich, dass gemischte Teams wirtschaftlich erfolgreicher sind. Frauen bringen neue Perspektiven in Unternehmen ein, und frauengeführte Betriebe schneiden insbesondere in gesellschaftlich relevanten Bereichen häufig besonders gut ab. Darüber hinaus wirken Unternehmerinnen und selbstständige Frauen als wichtige Vorbilder für Mädchen und junge Frauen und können sie dazu ermutigen, eigene berufliche Wege in die Selbstständigkeit einzuschlagen.
Die Maßnahmen des Aktionsplans prägen zwar in erster Linie die Lebensrealität und Interessen von Frauen, sind aber vielfach nicht auf Frauen beschränkt, sondern meistens auch auf Jungen, Männer und Familien ausgerichtet (zum Beispiel finanzielle Unterstützung bei Kinderbetreuung, Beratungsleistungen für Kleinstunternehmen und Soloselbständige, Unternehmensnachfolge, Wertschätzung des Unternehmertums und Werbung für Selbständigkeit in Schulen). Alle Beteiligten bringen eigene oder gemeinsame Maßnahmen in den Aktionsplan ein, die sie eigenverantwortlich umsetzen und die andere zur Nachahmung inspirieren sollen.
Auch das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. (kompetenzz) bringt mehrere Maßnahmen in den Aktionsplan ein, die im Verein umgesetzt werden. Dazu gehört u.a. die Förderrichtlinie "Innovative Frauen im Fokus". Die geförderten IFiF-Projekte und das Metavorhaben meta-IFiF tragen dazu bei, die Sichtbarkeit innovativer Frauen in Wissenschaft, Forschung und Innovation zu erhöhen (Ziel C2). Ebenfalls genannt werden die Initiative Klischeefrei und der Girls'Day – Mädchen Zukunftstag, die darauf abzielen, Klischees in der Berufswahl abzubauen und Mädchen und Frauen für Handwerks- und MINT-Berufe zu begeistern. Denn die Abkehr von gängigen Klischeevorstellungen bei der Berufswahl birgt sowohl für das Handwerk als auch für MINT-Berufe eine große Chance. Es wird daher eine der wesentlichen Aufgaben der Zukunft sein, mehr Mädchen und Frauen für diese Berufe und damit eine mögliche Selbständigkeit bzw. eine Betriebsübernahme in diesem Bereich zu begeistern (Ziel D1). In diesem Zusammenhang wird auch die Plattform "Komm, mach MINT" hervorgehoben, die Informationen zu Studiengängen, Berufen und Veranstaltungen im MINT-Bereich bereitstellt.
Konkret für das Ziel Mädchen und junge Frauen für Informationstechnologie (IT) gewinnen (Ziel D1.5) wird die von kompetenzz umgesetzte Metastudie #FrauWirktDigital vorgestellt. Die Studie nimmt u. a. den Bereich Gründung in den Fokus und gibt einen Überblick über bestehende Unterstützungsangebote für Frauen. Gleichzeitig zeigt sie auf, welche zusätzlichen Maßnahmen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Bildung notwendig sind, um die Rahmenbedingungen für Gründerinnen nachhaltig zu verbessern.
Insgesamt bündelt der aktualisierte Aktionsplan über 60 Maßnahmen und damit deutlich mehr als noch 2023. Auch die Zahl der beteiligten Organisationen ist auf 50 gestiegen. Sie alle verfolgen das Ziel, mehr Frauen für unternehmerische Tätigkeiten zu gewinnen, ihre Leistungen in Mittelstand, Handwerk, Gründungen und Start-ups stärker sichtbarer zu machen und positive Änderungen für die Berufs- und Lebensperspektiven von Frauen herbeizuführen.
Der Aktionsplan soll zugleich Anregung und Appell an die zuständigen Bundesministerien, Unternehmen, Verbände, Netzwerke, an die Wissenschaft und an die selbständigen Frauen selbst sein, die im Plan genannten Maßnahmen mit Leben zu füllen, sie weiterzuentwickeln und eigene Aktivitäten hinzuzufügen.
Der Aktionsplan ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/U/unternehmerinnen-mittelstand.pdf